Ein Beruf sorgt für Einkommen und bietet die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Familie bedeutet Verantwortung, Nähe und gemeinsame Zeit. Viele Menschen möchten beides miteinander verbinden.
In Deutschland entscheiden sich viele Eltern nach der Geburt eines Kindes dafür, dass ein Elternteil Vollzeit und der andere Teilzeit arbeitet. Die Familienarbeit muss bewältigt werden. Jede Arbeit für die Familie sollte dabei den gleichen Wert haben.
In den ersten Jahren mit einem Kind ist Unterstützung wichtig. Familie, Freunde oder Nachbarn können im Alltag helfen.
Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig für die gesunde Entwicklung von Kindern. Schon in den ersten Lebensjahren entwickeln Kinder Essgewohnheiten und lernen verschiedene Lebensmittel kennen. Kinder orientieren sich dabei an den Menschen in Ihrem Umfeld und ihrer Familie.
Gemeinsame Mahlzeiten sind mehr als nur Essen. Sie bieten Zeit für Gespräche und stärken das Familienleben. Kinder können erzählen was sie erlebt haben, Fragen stellen und anderen zuhören. So werden auch Sprache und soziale Fähigkeiten gefördert.
Das Zubereiten von Lebensmitteln fördert die Selbstständigkeit, Feinmotorik, Hand- Augen- Koordination und Konzentration spielerisch. Lassen sie Kinder bei der Vorbereitung von Mahlzeiten und Snacks helfen zum Bespiel:
Kinder kommen mit Bedürfnissen auf die Welt. Regeln und Grenzen müssen sie erst lernen. Sie brauchen zu Beginn die Befriedigung ihrer Bedürfnisse um Grundsicherheit zu erlangen, müssen dann aber auch lernen, dass es andere Menschen mit anderen Bedürfnissen gibt.
Ab dem zweiten Lebensjahres entwickelt ein Kind seinen eigenen Willen. Es möchte viele selbst ausprobieren und entdeckt seine Umwelt. Dabei stößt es auch auf Grenzen. Zum Beispiel darf es die Küchenschublade, trotz der vielen aufregenden Sachen darin, nicht ausräumen. Das kann zu Enttäuschung oder Wut führen. In solchen Momenten braucht Ihr Kind Verständnis, Ruhe und eine liebevolle Begleitung. So lernt es, mit Gefühlen umzugehen.
Für Eltern ist das oft nicht leicht. Einerseits sollten sie die Gefühle ihres Kindes ernst nehmen. Andererseits brauchen Kinder Regeln und Grenzen. Eltern können ihrem Kind zeigen, wie Konflikte gelöst werden und gemeinsam nach Lösungen suchen. Dabei lernt das Kind auch, dass man nicht immer seinen Willen bekommt und manchmal auch Rücksicht auf andere nehmen muss.
Grenzen und Regeln geben Kindern Sicherheit und Orientierung. Sie helfen ihnen, sich in ihrer Umwelt zurechtzufinden. Kinder testen ihre Grenzen immer wieder aus. Deshalb brauchen sie ein klares Ja und genauso ein freundliches aber bestimmtes Nein.
Kinder entwickeln sich am besten wenn ihre Grundbedürfnisse erfüllt werden. Dazu gehören Essen, Schlaf, Pflege und Bewegung. Genauso wichtig sind Liebe, Nähe, Schutz und Aufmerksamkeit. So fühlen sich Kinde sicher und geborgen.
Wenn Eltern feinfühlig auf die Bedürfnisse ihres Kindes reagieren, entsteht Vertrauen. Diese sichere Bindung gibt dem Kind Halt und stärkt seine soziale und emotionale Entwicklung. So lernt es nach und nach, mit Gefühlen umzugehen, Beziehungen aufzubauen und immer selbstständiger zu werden.
Nehmen Sie weiterhin regelmäßig an den Vorsorgeuntersuchungen (U5-U9) teil.
Kinder bewegen sich von Anfang an mit Freude. Bewegung ist besonders wichtig für ihre gesunde Entwicklung. Sie stärkt den Körper, fördert die Geschicklichkeit und hilft Kindern, ihre Umwelt zu entdecken. Beim Spielen, Klettern, Laufen oder Balancieren lernen sie jeden Tag etwas Neues.
Damit sich Kinder körperlich gut entwickeln können, brauchen sie genügend Bewegung, gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und Zeit zum Ausruhen. Ebenso wichtig ist dabei die Ermutigung etwas neues auszuprobieren und eine liebevolle Unterstützung durch die Bezugspersonen. Unterstützen Sie ihr Kind in seiner Entwicklung und gehen Sie mit guten Beispiel voran.
Nehmen Sie weiterhin regelmäßig an den Vorsorgeuntersuchen teil (U5-U9).
Kindern lernen Sprache von Anfang an. Schon Babys hören aufmerksam zu, beobachten Ihre Umgebung und reagieren auf Stimmen, Mimik und Gestik. Im Alltag lernen Kinder am meisten durch Gespräche, gemeinsames Spielen, Vorlesen, Singen und Erzählen.
Jedes Kind entwickelt Sprache in seinem eigenen Tempo. Wichtig ist, dass Eltern und andere Bezugspersonen mit dem Kind sprechen, ihm zuhören und auf seine Fragen und Bedürfnisse eingehen. Sprache hilft Kindern ihre Gefühle auszudrücken, Wünsche zu äußern, Beziehungen aufzubauen und die Welt besser zu verstehen. Eine liebevolle und sprachreiche Umgebung unterstützt Kinder dabei ihre Fähigkeiten Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.
Nehmen Sie weiterhin regelmäßig an den Vorsorgeuntersuchungen (U5-U9) teil.
Medien gehören heute ganz selbstverständliche zum Alltag von Kindern. Sie sammeln schon früh Erfahrungen mit Medien. Gleichzeitig sind sie jederzeit verfügbar.
Deshalb ist ein bewusster und altersgerechter Umgang mit Medien besonders wichtig. Kinder brauchen dabei klare Regeln und ein gute Begleitung. Eltern sind Vorbilder und Kinder lernen von den Eltern. Deshalb tragen sie Verantwortung, den Medienkonsum ihrem Alter entsprechend zu begrenzen und auf ausgewählte Inhalte zu achten. Auch pädagogische Fachkräfte unterstützen Kinder dabei, Medien sinnvoll zu nutzen und Medienerfahrung gemeinsam zu besprechen. So haben Kinder die Möglichkeit Schritt für Schritt Medienkompetenz zu entwickeln.
Kinder können lernen, mit folgenden Situationen umzugehen:
Dafür brauchen sie Selbstvertrauen und das Gefühl ernst genommen zu werden. Eltern und Fachkräfte können ihr Kind dabei unterstützen, stark und selbstbewusst aufzuwachsen. Offenheit, Aufmerksamkeit, Vertrauen und Wissen helfen, Kinder zu schützen.
Kinder können den Straßenverkehr noch nicht so überblicken wie Erwachsene. Sie erkennen Gefahren gar nicht oder oft zu spät und lassen sich sehr leicht ablenken. Deshalb brauchen sie Begleitung und Unterstützung von Erwachsenen. Im Alter von etwa drei Jahren können sie mit kleinen Übungen das Verhalten im Straßenverkehr üben.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen gehören dazu. Jeder Mensch ist wichtig und wertvoll. Es spielt keine Rolle, wie jemand aussieht, welche Sprache er spricht oder ob er eine Beeinträchtigung hat.
Alle Menschen sollen die gleichen Chancen haben und am Leben teilhaben können. Manche Menschen brauchen dabei Unterstützung. Die Eingliederungshilfe hilft Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen mit einer Behinderung oder drohenden Behinderung. Die Unterstützung kann zum Beispiel sein:
Der Wechsel von der Kindertagesstätte (Kita) in die Grundschule ist ein wichtiger Schritte für Kinder und ihre Familien. Damit dieser Übergang gut gelingt, arbeiten Kita und Grundschule eng zusammen. Gemeinsame Angebote herlfen Kindern die Schule kennenzulernen und sich auf den neuen Lebensabschnitt zu freuen. Dazu gehören zum Beispiel:
Entwicklungsgespräch zum Übergang
Nach dem Niedersächsisches Gesetz über Kindertagesstätten und Kindertagespflege (NKiTaG) kann zum Übergang von der Kita in die Grundschule ein gemeinsames Entwicklungsgespräch stattfinden. An diesem Gespräch nehmen teil:
Das Gespräch dient dazu,
Für das Gespräch kann ein Überleitungsbogen verwendet werden. Das Entwicklungsgespräch ist vorgesehen, findet jedoch nur mit der Zustimmung der Eltern statt.
Die Schuleingangsuntersuchung
Vor der Einschulung findet für jedes Kind eine Schuleingangsuntersuchung statt. Sie ist in Niedersachsen vorgeschrieben. Mit der Untersuchung wird festgestellt, wie sich das Kind entwickelt hat ob es vor dem Schulbeginn noch besondere Unterstützung benötigt.
Im Heidekreis werden die Schuleingangsuntersuchungen vom Jugendärztlichen Dienst des Fachbereichs Gesundheit durchgeführt. Die Eltern erhalten ein Einladungsschreiben mit einem persönlichen Buchungscode. Mit diesem Code kann über das Terminportal ein Untersuchungstermin vereinbart werden. Bitte bringen Sie zum Termin mit:
Die Schulanmeldung
Etwa 15 Monate vor der Einschulung werden Sie von der zuständigen Grundschule oder dem Schulträger zur Schulanmeldung eingeladen. Den genauen Termin erhalten Sie rechtzeitig. Bei der Anmeldung werden unter anderem die deutschen Sprachkenntnisse Ihres Kindes überprüft, wenn es im Jahr vor der Einschulung keine Kita besucht hat.
Alle Kinder, die bis zum 30. September des Einschulungsjahres sechs Jahre alt werden, sind schulpflichtig. Jüngere Kinder können auf Antrag der Erziehungsberechtigten vorzeitig eingeschult werden, wenn ihr Entwicklungsstand eine erfolgreiche Mitarbeit im ersten Schuljahrgang erwarten lässt. Über die Aufnahme entscheidet die Schulleiterin oder der Schulleiter.
Flexi Kinder
Kinder, die zwischen dem 01. Juli und dem 30. September sechs Jahre alt werden, gelten als sogenannte Flexi-Kinder. Die Erziehungsberechtigten können entscheiden, ob ihr Kind in diesem Jahr oder erst ein Jahr später eingeschult wird. Die Entscheidung muss der Schule zum 01. Mai schriftlich mitgeteilt werden. Auch wenn die Einschulung verschoben wird, muss das Kind an der Schuleingangsuntersuchung teilnehmen. Der Untersuchungstermin ist verbindlich.
Inklusion und sonderpädagogische Unterstützung
Alle öffentlichen Schulen in Niedersachsen arbeiten inklusiv. Jedes Kind soll unabhängig von seinen individuellen Voraussetzungen gemeinsam lernen können. Benötigt Ihr Kind sonderpädagogische Unterstützung, werden Erziehungsberechtigte beraten. Sie können entscheiden, ob ihr Kind eine Grundschule oder eine Förderschule besuchen soll. Beratung erhalten Sie bei
Kinder entdecken ihre Umwelt mit viel Neugier. Dabei lernen sie jeden Tag etwas Neues. Gleichzeitig können sie Gefahren oft noch nicht richtig einschätzen. Deshalb passieren die meisten Unfälle von kleinen Kindern zu Hause oder im direktem Umfeld. Viele Unfälle lassen sich vermeiden. Schauen Sie Ihre Wohnung oder Haus regelmäßig mit den Augen Ihres Kindes an. Achten Sie besonders auf:
Mit einfachen Sicherheitsmaßnahmen schützen Sie ihr Kind, zum Beispiel durch:
Trotz aller Vorsicht lassen sich Unfälle nicht immer verhindern. Dann ist es wichtig ruhig zu bleiben und sicher zu handeln. Leisten Sie Erste Hilfe und wählen Sie den Notruf 112 wenn Ihr Kind:
Bleiben Sie bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes bei Ihrem Kind. Bei Fragen zu einer möglichen Vergiftung wenden Sie sich sofort an eine Giftnotzentrale.
Es ist hilfreich, regelmäßig einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen. So wissen Sie im Notfall, was zu tun ist und können Ihrem Kind sicher helfen.
Manche Kinder kommen mit einer Erkrankung oder Behinderung zur Welt. Andere entwickeln besondere Unterstützungsbedarfe erst in den ersten Lebensjahren. Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein.
Frühförderstellen bieten Beratung, Förderung und Begleitung für Kinder und ihre Familien. Dort arbeiten Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen, zum Beispiel Medizin, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Psychologie und Heilpädagogik. Die Förderung kann die Bewegung, Sprache, Wahrnehmung, Kommunikation und Selbstständigkeit Ihres Kindes unterstützen.
Je nach Alter und Bedarf gibt es weitere Hilfen, zum Beispiel inklusive oder heilpädagogische Kindertagesbetreuung, Unterstützung in der Schule oder andere Leistungen zur Teilhabe.
Benötigt Ihr Kind wegen einer Erkrankung oder Behinderung dauerhaft mehr Pflege als andere Kinder gleichen Alters, können Sie einen Pflegegrad bei der Pflegekasse beantragen. Die Pflegekasse gehört zu ihrer Krankenkasse. Über den Antrag entscheidet der Medizinische Dienst nach einer Begutachtung.
Unterstützung im Vorschulalter
Unterstützung im schulpflichtigen Alter
Gut zu wissen:
Je nach Unterstützungsbedarf können Anträge bei verschiedenen Stellen notwendig sein, zum Beispiel bei der Pflegekasse, der Krankenkasse oder dem zuständigen Sozial- und Jugendhilfeträger. Ein Antrag ist zunächst eine ergebnisoffene Prüfung des individuellen Unterstützungsbedarfs Ihres Kindes. Erst danach wird entschieden, ob und welche Hilfen oder Leistungen gewährt werden.
Bei Kindern mit Auffälligkeiten in der sozial-emotionalen Entwicklung wird nach einer umfassenden kinder- und jugendpsychiatrischen Untersuchung häufig eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) diagnostiziert. ADHS ist eine neuroentwicklungsbedingte Störung, die durch das Zusammenspiel genetischer, neurobiologischer und umweltbedingter Einflüsse entsteht.
Dabei wird unterschieden, ob diese Störung von Hyperaktivität begleitet wird (ADHS-Aufmerksamkeits-Defizit-Störung mit Hyperaktivität) oder nicht (ADS einfache Aufmerksamkeits-Defizit-Störung). Etwa 5% aller Kinder sind betroffen. Jungen werden häufiger mit einer hyperaktiv-impulsiven Form diagnostiziert, Mädchen zeigen häufiger vorwiegend unaufmerksame Symptome und werden deshalb oft später erkannt.
Beiden Ausprägungen gemeinsam ist eine eingeschränkte Fähigkeit zur Selbststeuerung. Typische Merkmale sind:
Erste Anzeichen zeigen sich oft bereits im Kindergartenalter. Im Schulalter werden die Schwierigkeiten meist deutlicher und können zu Lern- und Leistungsproblemen, sozialen Konflikten sowie, insbesondere bei ADHS, zu impulsivem oder aggressivem Verhalten führen.
Die Behandlung erfolgt meist multiprofessionell und umfasst Elternberatung, Verhaltenstherapie, Unterstützung in Kindergarten und Schule sowie bei Bedarf eine medikamentöse Therapie.
Die Autismus-Spektrum-Störung (ASS) ist eine komplexe neurologische Entwicklungsstörung, die sich bereits im frühen Kindesalter zeigt. Kennzeichnend für Autismus sind drei Kernmerkmale:
Die Ausprägung ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Es gibt keine medizinischen Therapien, um die Entwicklungsstörung Autismus zu heilen. Es gibt aber verschiedene Maßnahmen, die die sozialen und kommunikativen Fähigkeiten von Menschen mit Autismus verbessern können.
Autismus kann nur von Fachärztinnen und Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie oder von Psychotherapeutinnen oder Psychotherapeuten diagnostiziert werden. Bei Kindern und Jugendlichen sollten es Fachleute sein, die auf diese Altersgruppe spezialisiert sind. Die Diagnostik selbst ist sehr umfangreich und zeitaufwendig. Denn es ist wichtig, genau hinzuschauen und andere Ursachen auszuschließen. Zu den Untersuchungen gehören:
Eltern können von Geburt an viel dazu beitragen, dass die Zähne ihres Kindes gesund bleiben. Ein gute Mundhygiene und die richtige Anwendung von Fluorid helfen, Karies vorzubeugen. Fluorid stärkt den Zahnschmelz und kann das Kariesrisiko deutlich senken. Für Säuglinge und Kleinkinder gibt es heute einheitliche Empfehlungen zur Fluoridanwendung.
Das können Eltern tun: