Der pränatale Kinderschutz hat zum Ziel, die Schwangere bei Bedarf zur Hilfeannahme zu bewegen und eine Abmilderung der Umstände (z.B. Substanzmittelgebrauch) herbeizuführen. Die Situation mit der Schwangeren und dem ungeborenen Kind erfordert einen besonders sensiblen und einfühlsamen Umgang.
Dafür hat der Heidekreis einen eigenen Einschätzungsbogen zur Risiko- und Ressourceneinschätzung für Schwangere entwickelt. Sofern der Bogen bei Überschreiten der Gefährdungsschwelle an die Sozialen Dienste übermittelt werden soll, ist dieser mit einer insoweit erfahrenen Fachkraft auszufüllen. Der Risiko- und Ressourcencheck kann auch genutzt werden, um eine eigene Einschätzung vorzunehmen und dient als Arbeitshilfe im Beratungskontext.
Sind Schwangere kooperationsbereit, zeigen ein Problembewusstsein und nehmen Hilfen an, handelt es sich nicht um eine akute Situation. Mögliche Unterstützungsangebote können gemeinsam mit den Sozialen Diensten besprochen werden.
Vor Übermittelung des Bogens an die Sozialen Dienste ist folgendes zu beachten:
Eine akute Situation liegt vor, wenn die Gefährdungsschwelle überschritten und es hinreichend wahrscheinlich ist, dass eine Schädigung des ungeborenen Kindes bereits eingetreten ist und/ oder in der Prognosestellung eine Schädigung mit Geburt erwartbar ist.